Richtiges Heizen & Lüften

Für die Vermeidung von Schimmelpilz ist das richtige Lüften von größter Bedeutung, denn so geben Sie dem Schimmel keine Chance und sparen zusätzlich Heizkosten.

Durch duschen, kochen, Wäsche trocknen geraten täglich mehrere Liter Wasser in die Raumluft, ebenso trägt das Atmen und Schwitzen der Bewohner dazu bei. Wird die dadurch entstehende feuchte Luft nicht regelmäßig und ausreichend durch Lüften aus dem Raum gebracht, kann sie sich an kalten Oberflächen in der Wohnung niederschlagen. An diesen Stellen droht dann das Wachstum von Schimmelpilzen.

Das beste Raumklima ist für Menschen und die Bausubstanz in etwa gleich: Ideal sind eine Temperatur von 18 - 22 °C und eine relative Luftfeuchte von ca. 50 Prozent.

Sinkt die Feuchtigkeit unter 30 Prozent, können durch die trockene Luft die Schleimhäute gereizt werden. Ist sie regelmäßig höher, steigt die Gefahr von Schimmelbildung.

Vom Bauzustand hängt es ab, ab welcher Luftfeuchtigkeit dringend gelüftet werden muss, bei einer guten Dämmung bereitet ein Wert von 60 Prozent noch keine Probleme, bei schlechter Gebäudedämmung können an kalten Tagen schon 40 Prozent zu viel sein.

Messgeräte (Thermo- und Hygrometer) können helfen, den richtigen Lüftungszeitpunkt zu finden, um das Schimmelrisiko zu senken. 

Die Länge der Lüftungszeit hängt von der Belastung der Raumluft, der Gebäudedämmung, den Außentemperaturen, der Lage des Gebäudes und den Windverhältnissen ab.

Im Winter reichen schon 3 - 5 Minuten Durchzug- oder Stoßlüftung, im Frühjahr und Herbst hingegen dauert der Vorgang zwischen 10 und 20 Minuten, bis die Raumluft ausgetauscht ist.

Aus hygienischen Gründen sollte die Luft möglichst drei bis vier Mal pro Tag ausgetauscht werden, wer tagsüber abwesend ist, sollte zumindest morgens und abends lüften.

Der größte Fehler beim Lüften ist die Fenster lange auf Kippstellung zu lassen. So heizen Sie jährlich viel Geld zum Fenster hinaus, die Wände kühlen stark aus und geben so gute Bedingungen für Schimmelpilze, da sich auf den kalten Wänden die Feuchtigkeit niederschlägt. Bei einer Stoßlüftung hingegen hält sich die Wärme in den Wänden und Möbeln, so dass es nach dem Lüften schnell wieder angenehm warm im Zimmer ist.

►  Nach dem Lüften kommt das Heizen.

Alle Wohn- und Schlafräume sollten in der Heizperiode auf mindestens 16 °C beheizt werden, sofern die Fenster geschlossen sind. Wer die Heizung in einem einzelnen Raum ganz abdreht riskiert, dass warme und damit feuchte Luft aus anderen Bereichen der Wohnung hinein gelangt und in dem kalten Raum somit die relative Luftfeuchte und mit ihr das Schimmelrisiko steigt.

Mit einer geschickten Möblierung kann ebenfalls vorgebeugt werden. Gerade an stark auskühlenden Außenwänden und Raumecken sollte Heizungsluft ungehindert vorbeiströmen können, daher sollten Heizkörper nicht zugestellt und Möbel von den gefährdeten kalten Wandbereichen abgerückt werden.

► Die wichtigsten Lüftungs- und Heizregeln für Sie im Überblick:

•  Wenn möglich, 3 - 4 Mal am Tag durch weit geöffnete Fenster lüften, am Besten mit Durchzug (Querlüftung). Die Länge hängt von der Außentemperatur und den Windverhältnissen ab. Bei kaltem Wetter 5 - 10 Minuten, an wärmeren Tagen 10 - 20 Minuten.

•  Spätestens, wenn Kondenswasser an Fenstern und Spiegeln auftaucht, ist die Luft zu feucht und es muss gelüftet werden. Um den besten Lüftungsrhythmus zu finden, hilft die Kontrolle mit einem Thermo- und Hygrometer.

•  Die durch das Duschen, Kochen oder Waschen entstandene Feuchtigkeit sollte sofort nach außen transportiert werden, damit diese nicht in andere Räume geleitet wird.

•  Bei Bedarf nachts in Schlafräumen das Fenster einen Spalt geöffnet lassen. Tagsüber wie die anderen Räume auf mindestens 16° C beheizen und ebenfalls lüften. Dauerhaft gekippte Fenster  führen zu einem erhöhten Energieverbrauch der gesamten Wohnung.

•  Während des Lüftens Heizkörper herunter drehen und anschließend die Räume wieder beheizen.

•  Temperaturunterschiede von mehr als 5° C innerhalb der Wohnung sind zu vermeiden.

•  Türen zwischen den unterschiedlich beheizten Räumen geschlossen halten.                                                           

Relative und absolute Luftfeuchtigkeit einfach erklärt:

Luft kann je nach Temperatur unterschiedliche Mengen Wasser aufnehmen. Je wärmer die Luft, desto mehr Wasser kann sie aufnehmen.

Bei 0 °C kann ein Kubikmeter Raumluft ca. 5 Gramm Wasser aufnehmen. Dieser absolute Feuchtegehalt entspricht somit einer relativen Luftfeuchte von 100 Prozent.

Bei 20 °C passt in das gleiche Luftvolumen mehr als die 3fache Wassermenge, gut 17 Gramm. Die knapp 5 Gramm, die bei 0 °C 100 Prozent relative Luftfeuchtigkeit bedeuten, führen deshalb bei 20 °C nur zu einem Wert von unter 30 Prozent.